27.08.2019
30 Jahre Tagesstätte „Boje“ in der Bürger 129

Seit 30 Jahren finden Menschen mit den unterschiedlichsten seelischen Leiden in der Tagesstätte „Boje“ Hilfe. Die Tagesstätte Boje, die vom Verein für Neue Arbeit e.V. getragen wird, ist eine so genannte niedrigschwellige Anlaufstelle. Heute wurde mit rund 100 Gästen das 30-jährige Bestehen in den Räumen der Boje gefeiert.

 

„Ich war vereinsamt und durch meine Alkoholsucht befand ich mich auf dem Abstellgleis“, erzählt eine Besucherin der Tagesstätte Boje. Durch die Tagesstätte lernte sie wieder Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen und lernte auch ihren Tag zu strukturieren. Heute kocht sie für die anderen Besucher der Tagesstätte, geht gemeinsam mit anderen Besuchern ins Theater und kann wieder am Leben teilnehmen. „Es ist toll, dass es diese Einrichtung gibt. Das Team ist jederzeit bereit mit mir zu sprechen, wenn ich Probleme habe. Man ist nicht mehr so alleine“, sagt eine andere Besucherin, die die Tagesstätte seit 21 Jahren regelmäßig aufsucht.

 

Insgesamt vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in der „Bürger“ 129 in Bremerhaven-Mitte um Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen und Zwangsstörungen.

 

„Wir wollen den Menschen, die von uns betreut werden, eine verlässliche Tagesstruktur bieten und sie bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen“, erklärt die Einrichtungsleiterin Sigrid Buddrus. Seit 30 Jahren leitet sie die Einrichtung in der „Bürger“. „Wichtig ist uns, dass die Besucherinnen und Besucher auch wieder lernen, selber tätig zu werden und raus zu gehen. Wir befinden uns hier in einem lebendigen Stadtteil“, sagt Sigrid Buddrus.

 

Viele der Besucherinnen und Besucher haben bereits eine Klinik-Karriere hinter sich und müssen erst wieder an einen geregelten Alltag herangeführt werden. Täglich werden bis zu 50 Menschen in der Boje betreut. Gemeinsam wird gegessen, geklönt oder auch einfach nur zugehört. Beschäftigung finden die Menschen im Rahmen der Bewirtschaftung des Cafés, eines Wäscheservices oder bei der Gartenpflege. Das wirkt manchmal mehr als Therapiestunden, weiß Buddrus. In Kreativgruppen (Malen, Peddigrohr, Holzarbeiten, u.v.m.), beim Gedächtnistraining oder bei der Arbeit mit dem PC finden die Betroffenen sinnvolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ergänzt wird das Angebot auch durch Ausflüge, Kinobesuche, Schwimmen, Billard und Tagesfahrten. Neu im Angebot ist jetzt auch Badminton.

 

Das Angebot der Boje können sich Interessierte übrigens erst einmal in Ruhe anschauen. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen muss hier niemand ein Attest mitbringen. „Wer möchte, verordnet sich die Boje einfach selbst“, erklärt Buddrus. Wer regelmäßig dabei sein möchte, muss sich bloß irgendwann vom sozialmedizinischen Dienst erfassen lassen, denn die für psychisch Kranke gedachte Einrichtung wird auch dementsprechend finanziert.

 

Der Verein für Neue Arbeit e.V., der im Wesentlichen von der AWO Bremerhaven, dem Betreuungs- und Erholungswerk, dem Diakonischen Werk Bremerhaven, dem DRK Kreisverband Bremerhaven e. V. und den Elbe-Weser-Werkstätten getragen wird, setzt sich seit vielen Jahren mit Engagement, Erfahrung und Kompetenz für die Belange von Menschen ein, die sozial an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt sind.

 

Die Tagesstätte „Boje“ ist montags bis donnerstags von 9:15 Uhr bis 17 Uhr, freitags von 9:15 Uhr bis 15:30 Uhr, samstags von 14 Uhr bis 17 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 14 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

 

Tagesstätte Boje

Bürgermeister-Smidt-Straße 129

27568 Bremerhaven

Telefon: 0471 - 44 260