19.08.2021
Anstupser für mehr Klimaschutz

Im Rahmen ihrer Klimaschutz-Sommertour besuchte Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungsbau das Pflegezentrum Villa Schocken der AWO Bremerhaven. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit nehmen bei uns eine zentrale Rolle ein“, betonte AWO Geschäftsführer Siegmar Weegen im Beisein des Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Lissau und Vorstandsmitglied Sybille Böschen. Organisiert hat die Sommertour die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens.

Das Pflegeheim an der Wurster Straße war Teil des bundesweiten Projektes „Klimafreundlich pflegen“. „In dessen Rahmen haben wir den CO2-Fußabdruck der gesamten Einrichtung deutlich verringert, unter anderem bei der Ernährung - durch weniger Fleisch und mehr regionale und saisonale Produkte“, berichtet Silke Rupietta aus dem Projektteam. Und diese Veränderungen zeigen auch Effekte in anderen AWO-Einrichtungen. Ferner arbeite die AWO an der Bildung eines Ernährungsrates für Bremerhaven und umzu aktiv mit.

Mit einer eigenen Nachhaltigkeitsmanagerin sei es im Verlauf eines Jahres gelungen, viele Ideen zu entwickeln und umzusetzen, Veränderungsprozesse anzustoßen und die 1.250 Mitarbeitenden in den mehr als 60 Einrichtungen aktiv in Klimaschutzthemen einzubinden, berichtete Siegmar Weegen. „Zwar steht nun ein personeller Wechsel an, aber es geht weiter – Dienstfahrräder für Stadtfahrten, Rikschas für kleine Ausflüge mit Bewohner*innen unserer Pflegeeinrichtungen sind nur einige konkrete Themen“, sagt der Geschäftsführer.

In dem von energiekonsens initiierten Projekt „Green Nudging“ hat ein abteilungsübergreifendes Team sogenannte Nudges entwickelt – kleine Anstupser, die Klimaschutz im Alltag erleichtern und so CO2 einsparen sollen. „Unsere Mitarbeiter*innen einzubinden, ist uns enorm wichtig und hat einen hohen Mehrwert für das Projekt und die Akzeptanz der Maßnahmen“, berichtet Siegmar Weegen. Das Team habe unterschiedliche niedrigschwellige Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag entwickelt, die nun getestet werden.

Neben dem Projekt Green Nudging läuft bereits seit September 2020 zusätzlich die Sensibilisierungskampagne #wirarbeitendran bei der AWO, die mit kleinen Aktionen wie Upcycling-Workshops ein höheres Bewusstsein für Nachhaltigkeit in- und außerhalb der Organisation schaffen soll. Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Lissau: „Klimaschutz ist uns eine Herzensangelegenheit. Die AWO engagiert sich seit mehr 100 Jahren für eine nachhaltige Gesellschaft – der Schutz unserer Umwelt und unseres Klimas gehört für uns selbstverständlich dazu.“

Ob in Bildung, Sozialpolitik, Wirtschaft oder Stadtentwicklung – Klimaschutz sei ein Querschnittthema, das alle gesellschaftlichen Bereiche berührt. Entsprechend divers hat die Klimaschutzagentur energiekonsens die Stationen der Klimaschutz-Sommertour gewählt. „In unserem Arbeitsalltag haben wir mit vielen engagierten Menschen zu tun, die den Klimaschutz in Bremen und Bremerhaven voranbringen wollen“, so Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens. „Der direkte Austausch zwischen Akteur*innen und Politik hilft beiden Seiten, Stellschrauben für mehr Klimaschutz zu identifizieren und voneinander zu lernen. Das ist die Idee der Klimaschutz-Sommertour.“

Senatorin Maike Schaefer betonte die Bedeutung lokalen Engagements: „Ohne das Mitwirken von unzähligen Initiativen, Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen aus allen Teilen der Gesellschaft hat Klimaschutz keine Chance“, stellt Schaefer fest. „Umso mehr freue ich mich, dass ich mit der AWO heute einen tatkräftigen und engagierten Akteur in Bremerhaven besuchen durfte, der seinerseits viele Menschen in der Region erreicht. Die Stärkung und Unterstützung von lokalen Klimaschutz-Umsetzer*innen ist für mich eine zentrale Aufgabe – dafür ist der persönliche Austausch unabdingbar.“

 

Besuch im Pflegezentrum Villa Schocken (im Bild von links): AWO Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Lissau, AWO Geschäftsführer Siegmar Weegen, AWO Vorstandsmitglied Sybille Böschen, Senatorin Maike Schaefer, Heinfried Becker (Büroleiter Bremerhaven energiekonsens) und energiekonsens-Geschäftsführer Martin Grocholl. Foto: Thomas Krüger