RECEA Adaptionszentrum Jerewan

Nach ihrer Rückkehr stehen Reimigranten oftmals vor einer Vielzahl an Sozialisierungsproblemen. Der Erwerb von Kenntnissen der Muttersprache, die Entwicklung eines besseren Verständnisses für die heimische Kultur und damit verbundenen Verhaltensregeln – kurz um wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten zur Meisterung des täglichen Lebens sind zentrale Herausforderungen, denen sich Reimigranten in der Heimat gegenüber sehen.

Vor diesem Hintergrund haben sich das Deutsche Lehr- und Kulturzentrum (DLKZ) und die Armenische Staatliche Pädagogische Universität „Khachatur Abovyan“ (ASPU) bereit erklärt, in Kooperation mit AWO Heimatgarten ein Adaptionszentrum für Rückkehrer in der armenischen Hauptstadt Jerewan zu gründen, um auf diesem Wege entscheidende Grundlagen für eine erfolgreiche Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in das soziale Leben des Landes zu schaffen.

In dem im Januar 2013 gegründeten Adaptionszentrum wird seither der Sprachunterricht für armenische Rückkehrer aus Deutschland durchgeführt. Das derzeitige Angebot des Adaptionszentrums umfasst die Sprachen Armenisch, Deutsch und Russisch. Der Unterricht orientiert sich dabei eng an den Vorkenntnissen der Teilnehmer, es werden Unterrichtseinheiten für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Gelernt wird in der Gruppe oder auch im Einzelunterricht.

Die Art der Sprachvermittlung entspricht den Prinzipien der Sprachenpolitik des Europarates, vor allem den Prinzipien der Mehrsprachigkeit und der kommunikativen Kompetenz. Es ist praktisch die erste konkrete Umsetzung der Grundideen des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens“ (GER) für die Einzelsprache und im gegebenen Fall für die deutsche Sprache.

Im Unterricht werden neben der Arbeit an Lehrwerken der neuesten Generation auch moderne E-Learning-Konzepte eingesetzt. Der Einsatz dieser Materialien und computergestützten Lerneinheiten hat äußerst positive Auswirkungen auf die Kursteilnehmer. Die Sprachaneignung wird spürbar gefördert und Möglichkeiten zur realen Kommunikation machen Sprache lebendig und erlebbar. Darüber hinaus kommen auch nicht traditionelle Organisationsformen und Unterrichtsverfahren zum Einsatz. Die Durchführung des Unterrichts in verschiedenen Kulturstätten, „didaktisierte” Ausflüge zu historischen Gedenkstätten und Sehenswürdigkeiten und der Besuch von Museen, Gemäldegalerien und Bibliotheken sind nur ein Teil des reichhaltigen Angebotes. Somit werden das reiche Erbe der eigenen Kultur und Geschichte und die Mentalität des eigenen Volkes sowie seine Traditionen und Gewohnheiten im realen Kontext erlebbar.